Zeitarbeit oder internationale Pflegekräfte? Warum nachhaltige Personalstrategien jetzt wichtiger sind denn je

Im Jahr 2020 waren laut Deutschem Ärzteblatt über 400.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen über Dienstleistungsunternehmen in der Zeitarbeit eingesetzt. Diese Zahl verdeutlicht, wie groß das Bedürfnis war – und ist – qualifiziertes Personal schnell erfolgreich zu finden. Auch wenn sich die pandemische Lage inzwischen stabilisiert hat, bleibt der Druck bestehen: Der Fachkräftemangel in der Pflege ist nach wie vor akut.

Viele Einrichtungen greifen bei Personalengpässen deshalb auf Zeitarbeitskräfte zurück. Der Grund liegt auf der Hand: Je weniger Pflegekräfte verfügbar sind, desto weniger Betten können belegt werden, und das führt unmittelbar zu Umsatzeinbußen. Gleichzeitig steigt die Belastung für das Stammpersonal, was wiederum Krankheitsausfälle, Kündigungen und Demotivation begünstigt.

Zeitarbeit scheint auf den ersten Blick eine schnelle und flexible Lösung zu sein. Doch was kurzfristig Entlastung bringt, schafft langfristig neue Probleme: Abhängigkeit von externen Dienstleistern, hohe Kosten und eine ständige Fluktuation im Team.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir, warum internationale Fachkräfte und Auszubildende (Azubis) eine nachhaltigere Lösung sind, sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus menschlicher Perspektive. Denn: Langfristig unbesetzte Stellen kosten mehr als jede Investition in eine strategische und nachhaltige Rekrutierung.

Zeitarbeit vs. internationale Rekrutierung: der grundlegende Unterschied

Zeitarbeit und internationale Rekrutierung verfolgen zwei sehr unterschiedliche Ansätze, mit ebenso unterschiedlichen Auswirkungen. Während Zeitarbeit eine kurzfristige und eher reaktive Maßnahme bleibt, die auf akuten Personalmangel reagiert, stellt die internationale Rekrutierung eine langfristig geplante und umgesetzte Lösung dar. Sie setzt nicht am Symptom, sondern an der Ursache des Pflegekräftemangels an.

Während Zeitarbeit also auf schnelle Verfügbarkeit setzt, steht bei internationaler Rekrutierung die nachhaltige Stellenbesetzung, Integration, Bindung und Entwicklung im Mittelpunkt. Damit wird nicht nur ein akuter Engpass überbrückt, sondern ein struktureller Beitrag zur Stabilisierung der Pflege geleistet.

Zeitarbeit / Arbeitnehmerüberlassung (AnÜ)

Zeitarbeit wird in vielen Einrichtungen als schnelle Hilfe genutzt, oft auch aus purer Notwendigkeit. Doch die vermeintliche Flexibilität hat Schattenseiten:

  • Hohe Gesamtkosten: Zeitarbeitskräfte kosten das Unternehmen weit mehr, als die reinen Personalkosten widerspiegeln. Was für eine kurzfristige Überbrückung wichtig ist, summiert sich langfristig zu erheblichen Mehrkosten.
  • Geringe emotionale Bindung: Zeitarbeitskräfte sind nur befristet im Einsatz und entwickeln daher kaum Loyalität gegenüber Einrichtung, Team und Patient:innen und/oder Bewohner:innen.
  • Keine Ausbildungs- oder Wissenskontinuität: Durch den ständigen Wechsel lässt sich weder Know-how noch eine verlässliche Aus- und Weiterbildungsstruktur aufbauen.
  • Geringe Planungssicherheit: Befristete Verträge erfordern regelmäßig neue Ressourcen für Rekrutierung und Einarbeitung, ein zeitintensiver Kreislauf ohne nachhaltigen Mehrwert.
  • Ungleichverteilung attraktiver Schichten: Zeitarbeitskräfte haben häufig die Möglichkeit, sich ihre „Wunschschichten“ auszusuchen. Im Umkehrschluss haben angestammte Mitarbeitende weniger Einfluss auf die Vergabe attraktiver Schichten und müssen oft die weniger beliebten Dienste übernehmen.
  • Abhängigkeit von externen Anbietern: Einrichtungen machen sich von Dienstleistern abhängig, die kurzfristig Personal zur Verfügung stellen. Eine eigenständige Personalstrategie kann so kaum entstehen.

Kurz gesagt: Zeitarbeit bekämpft Symptome, nicht die Ursachen des Fachkräftemangels.

Internationale Pflegekräfte & Azubis

Internationale Pflegekräfte und Azubis sind keine kurzfristige Aushilfe, sie sind eine Investition in die Zukunft des Teams.

  • Langfristige Perspektive: Internationale Fachkräfte kommen, um zu bleiben. Sie bauen ihr Leben in Deutschland auf und streben nach stabilen Beschäftigungsverhältnissen und gezielter Weiterbildung.
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Anfangsinvestitionen in Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen zahlen sich aus, da die langfristigen Kosten deutlich unter denen ständiger Zeitarbeitseinsätze liegen.
  • Stabilität & Teamintegration: Durch feste Anstellungen entstehen Zugehörigkeit, Loyalität und Motivation. Das verbessert spürbar die Arbeitsatmosphäre.
  • Planungssicherheit: Langfristige Verträge schaffen Verlässlichkeit und erleichtern eine strategische Personalplanung.

Kurz gesagt: Internationale Rekrutierung erfordert anfangs Zeit und Investitionen, die sich jedoch langfristig in Form von Stabilität, Kontinuität und Loyalität mehrfach auszahlen.

Investition in internationale Pflegekräfte als nachhaltige Personalstrategie

Die Problematik des Pflegekräftemangels in Deutschland hat sich in den letzten Jahren nicht verbessert. Umso wichtiger ist es, Teams nicht nur kurzfristig vermeintlich zu entlasten, sondern sie langfristig strategisch aufzubauen. Nachhaltigkeit in der Personalstrategie bedeutet, heute die richtigen Weichen für morgen zu stellen.

Internationale Pflegekräfte bringen dabei nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch soziale und kulturelle Vorteile mit. Ihre unterschiedlichen Hintergründe bereichern Teams, fördern Resilienz, Kreativität und eine offene Unternehmenskultur. Wer sich für eine Ausbildung oder eine berufliche Zukunft in einem neuen Land entscheidet, bringt zudem hohe Motivation und Durchhaltevermögen mit.

Dank gezielter Sprach- und Integrationsprogramme gelingt eine zuverlässige Eingliederung ins Team. So entsteht nicht nur eine fachliche, sondern auch eine persönliche Bindung. Wer sich ein neues Leben in Deutschland aufbaut, ist in der Regel weniger wechselbereit und langfristig stärker verbunden.

Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang also nicht nur ökologische Verantwortung, sondern auch den Aufbau stabiler Strukturen in der Pflege: Strukturen, die Mitarbeitende halten und die Versorgung sichern.

Unser Fazit: Weniger Abhängigkeit, mehr Verlässlichkeit

Zeitarbeit kann kurzfristig helfen und löst gleichzeitig keine strukturellen Probleme. Hohe Kosten, mangelnde Bindung und ständige Fluktuation schwächen Einrichtungen langfristig.

Internationale Pflegekräfte und Azubis hingegen sind eine Investition in Stabilität, Motivation und Zukunftsfähigkeit. Wer heute in Integration und nachhaltige Entwicklung investiert, reduziert Abhängigkeiten von Zeitarbeit und schafft verlässliche Strukturen für die Zukunft.

Internationale Pflegekräfte und Azubis sind keine Notlösung. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Zukunft der Pflege in Deutschland.

Für Einrichtungen, die eine langfristige und nachhaltige Personalstrategie verfolgen wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Schritt in die internationale Rekrutierung zu gehen. Kontaktieren Sie uns unter service@cwc-recruitment.com und lassen Sie sich von unserem Expert:innen-Team professionell begleiten.

Subscribe to our weekly content

News and stories about nursing jobs in Europe